Der fvw Online Marketing Day 2012 – im Norden nichts Neues

Gestern trafen sich rund 300 Experten zum Thema Online Marketing im Maritim Grand Hotel Hannover. Wir waren live dabei!

Los ging es mit einer Session zum Thema ‚Mobile & Social’ auf die wir uns eigentlich am meisten gefreut hatten. Sympathieträger Willi Müller, Geschäftsführer von Schmetterling Reisen mit samt 4955 Facebook-Freunden (mal schauen, ob er unsere Freundschaftsanfrage noch annimmt…), hat auch gleich ein nettes – wenn nicht gerade aussagekräftiges – Vorwort gehalten.

Bei der TUI geht es nicht mehr um die Anzahl der Fans sondern um das „engagement“ der User sowie um die ganzheitliche Sicht auf alle Kanäle, beschrieben mit dem englischen Begriff „integrated digital Ecosystem“. Es lohnt sich, selbst aktiv zu werden anstatt zu warten, bis die Kunden zu einem kommen. Soso. Durch spitzes Zuhören („listening“) gilt es herauszufinden, wo sich der Kunde tummelt, was ihn persönlich (!) bewegt, welche Themen für ihn relevant sind etc.. Wer erfolgreich mit den sozialen Medien arbeiten will, sollte über die Kernbedürfnisse seiner Kunden Bescheid wissen. Gewinnspiele, um mal schnell die Anzahl der Fans nach oben zu katapultieren, sind darum nur sehr kurzfristig Erfolg versprechend. Dafür werden Bilder und vor allem Videos immer wichtiger. Interessant und für die Branche eine gute Nachricht, denn Bilder und Videos von den schönsten Orten der Welt, die haben wir doch!

Was Facebook & Co. wirklich bringt? Dazu hielten sich auch die Fachleute recht bedeckt. Es mangelt offenbar noch an aussagekräftigen Auswertungen in Ermangelung allgemein anerkannter Kennzahlen.

So ließ denn auch der anschließende Beitrag zum Thema ‚Social Media Monitoring (SSM)’ vieles im Unklaren: Das SSM möglich, und sehr differenzierbar durchführbar ist, sollte jedem, der sich mit dem Thema befasst, schon seit einigen Jahren bekannt sein. Schließlich gibt es auch schon länger kostenlose Monitoring-Tools wie Twitter und Facebook Search (die Offensichtlichen), socialmention.com, omgili.com oder einfach Google’s Blogsuchfunktion und viiiieeele mehr. Um sich also eine erste Übersicht über die eigene Marke und ihr Dastehen im Social Web zu machen, braucht es keine umfangreichere Software, die einem die Daten ausspuckt. Denn hier muss am Ende sowieso alles manuell eingestellt werden. Im Norden nichts Neues.

Die entscheidende Frage ist doch – und diese wurde gestern auch unbeantwortet gelassen: Was machen wir am Ende mit dieser riesigen Datenmenge? Natürlich zeigt eine solche Analyse uns, in welchen sozialen Netzwerken unsere Marke diskutiert wird und in welchem Zusammenhang. Auch erfahren wir, welche User über uns sprechen und wann. Hier stellen sich dann jedoch weitere Fragen: Wird die Marke stark in nur einem Netzwerk erwähnt, sollte dann auch in diesem Netzwerk eine stärkere Markenpräsenz ausgebaut werden, oder eben doch auf den Plattformen, wo noch nicht viel über die Marke gesprochen wird? Kann der wichtigste User angegangen werden, um eventuelle Kampagnen zu fahren? Wenn ja, wie sollte dieser angegangen werden? Wird über eine Marke eher am Wochenende geposted, sollte die Social Media Marketing Strategie dann darauf abzielen, Diskussionen unter der Woche anzuregen? Fragen über Fragen. Die Ziele des SMM sowie seine Bedeutung in der eigentlichen Social Media Marketing Strategie müssen definitiv noch genauer definiert werden. Da wollten oder konnten die Experten noch kein Licht ins Dunkel bringen.

Leider gab diese Session keine wesentlichen Neuigkeiten preis. Die Entwicklung hin zum Web3.0 wurde zum Beispiel nicht wirklich diskutiert. Web2.0 ist doch eigentlich schon Vergangenheit. Wo waren die Aussagen zu den Trends? Was kommt als nächstes? Wo geht die Reise hin? Was ist zum Beispiel mit Pinterest?!? Wir haben gehört, wie wichtig Bilder sind – also ist Pinterest doch eine wirklich interessante Plattform für die Tourismusbranche. Oder?

Interessant wurde es dann mit dem Beitrag zum Thema ‚Usability’ und der Vorstellung der ‚Semantischen Suche’. Ob wir Frauen so endlich unsere „hyhiiltz in korallnoransch size 39 frankfurt konsti für < 30 €“ finden werden? Oder wird uns Google bald alles zeigen? Ein Foto von dem gerade gesehenen und gut duftendem Kaffee Latte und schwupp – unsere App zeigt uns, wo in den Straßen von Paris das gemütlichste Café mit dem besten Latte zu finden ist?

Wir freuen uns auf die kommenden Innovationen bei Google Travel und wüssten nur zu gern, an was die in ihrem Think Tank schon heute basteln.

Und Mr. Oberstaufen alias Benjamin Buhl von Netzvitamine kann gerne mal mit seinem Streetview-Rad vor unserer Agentur parken! Dududududu! :)

Cheers,

Line & Katharina


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *