JPMorgan schweißt …zusammen

Warum muss man eigentlich bei Charityveranstaltungen – siehe JP Morgan, Women´s Run oder Race for Life – immer joggen? Und dann auch noch mit Kollegen, denen man ansonsten tendenziell im Kostümchen oder Anzug entgegentritt? Man könnte ebensogut „Spazierengehen für den guten Zweck“ oder auch „Singen für den guten Zweck“. Zweiteres ist sicherlich ebenso unangenehm aber weniger schweißig. Man dürfte seine Klamotten anbehalten und würde trotzdem sein Gesicht verlieren – der Unterhaltungsfaktor wäre also trotzdem gegeben.

Insgesamt kamen beim gestrigen Lauf 247000 Euro zusammen, die die Sporthilfe an zwölf Projekte für junge, behinderte Sportler spendet. Daumen hoch!

Auf dem Nachhauseweg in verschwitzten Sneakern und nach unseren wohlverdienten Burritos ging mir dann doch noch ein Licht auf, warum „Zusammen Laufen“ wohl so populär ist. Wie mir gestern eine Jogging-Schwester des Hessen-Tourismus mit ähnlich skeptischer Miene und einem Augenzwinkern zurief: „Zusammen Schei**e aussehen!“ Da wurde mir klar Charityruns sind wie Schuluniformen: Jeder sieht ähnlich behämmert aus, Kategorisierungen und Hierarchien werden unmöglich gemacht und man identifiziert sich plötzlich mit 70.000 fremden Menschen.

Ähnlich wie beim Westerhagen Konzert, wenn plötzlich alle „Freiheit“ mitgrölen und die Feuerzeuge in die Luft halten: zuerst irgendwie gruselig und dann doch ziemlich schön.

So long,

Linda


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *