Im Norden Chiles – ein Logbuch

Inforeise in Nordchile, die unterschiedlichsten Typen im Alter von 20 bis 60 –  aber große Kontraste bilden manchmal ein harmonisches Ganzes, wie in Chile selbst: Vom Eis in Patagonien über grüne Seenregionen und modernes Leben in Santiago bis hin zur Atacama Wüste im Norden, die weltweit trockenste Wüste mit dem drittgrößtem Salzsee, dem Salar de Atacama. Hier befinden wir uns nun. Auch hier gibt es erstaunlicherweise große Vielfalt: gelbe, violette, blaue, grüne und weiße Farben in der Landschaft, Lamas, Vicunas, Vizcachas (eine Mischung aus Hase, Eichhörnchen und Känguru), Füchse, Forellen und Flamingos zu Land und zu Wasser, köstlichstes Rindfleisch oder Schwertfisch auf unseren Tellern, einfache Hostals oder Luxushotels in der Ortschaft San Pedro, Minusgrade bis 30 Grad plus von Tag zu Nacht. Großes Thema in der Gruppe seit dem Hinflug: Wie kalt wird es beim Ausflug zum Gaysir Tatio werden und haben wir alle genug warme Klamotten dabei? Sicher ist, es wird kalt! Die weniger gut Vorbereiteten kleiden sich nach dem Zwiebelprinzip. Ich habe weder Handschuhe noch Mütze mit… egal, wird schon. Um 6.30 Uhr kommen wir im geheizten Bus beim Gaysir an. Tür auf, die Kälte ist erträglich, nur 8 Grad minus… Glück gehabt, es hatte auch schon mal minus 28. Die Temperatur wird zur Nebensache, der Anblick in dieser merkwürdigen Mondlandschaft auf die sprudelnden und rauchenden Erdlöcher und die Heißwasserfontänen (80 Grad heiß) lassen alles andere vergessen. Nach einer Stunde geht auch schon die Sonne auf, die Wasserrinnen leuchten rot, lila, blau, die Wüste zeigt ihre Farben, im Nu ist es warm und die Finger fangen an zu kribbeln. Wir entzwiebeln uns wieder.

Mit der Zeit stellen wir fest: Die frühmorgendliche Kälte setzte uns längst nicht so sehr zu wie die dünne Luft hier oben auf 4.300 Metern. Schnell gehen, viel reden. Aber viel reden im Gehen geht nicht. Immer wieder anhalten, hinsetzen, durchschnaufen. Ein paar Minuten sitzen wir im Fluss Geysir Blanco, eher ein Bach aber mit größeren Badestellen, und müssen aufpassen, dass das von Lava aufgeheizte, aus der Erde strömende, sich mit dem Flusswasser vermischende Wasser uns nicht den Hintern verbrennt. Nun müssen wir aber los, der Fahrer wartet schon sauer, der Zwischenstopp war nicht geplant und ein Geheimtipp vom Guide Gonzalo Stengl.

Nach 2 Stunden, als wir wieder in San Pedro de Atacama auf 2438 Metern sind, können wir durchatmen,  platt und müde von so vielen Erlebnissen – und vom frühen Aufstehen. Morgen geht’s ins Valle de la Luna, wo es noch unvergesslicher werden soll, Wüste ist nicht gleich Wüste. Ich bin überwältigt, welch schönes Land ich zuhause betreue und bekannter mache.


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