„Cuy“ und andere Köstlichkeiten

Die vier Regionen Ecuadors vereinen eine vielseitige Küche

Frankfurt am Main, 25. Oktober 2013: In Ecuador werden nicht nur gegrillte Meerschweinchen gegessen. Aber es stimmt, diese gelten seit der Inkazeit als Festmahl und kommen noch heute als „Cuy“ auf den Tisch. Die Küche Ecuadors bietet eine Menge ausgezeichneter Geschmackserlebnisse für den europäischen Gourmet. Die vier Regionen Ecuadors von der Küsten- über die Andenregion, das Amazonasgebiet bis hin zu den Galapagos Inseln vereinen eine große Vielfalt an köstlichen Speisen.

An der Küste dominieren Fischgerichte und Meeresfrüchte. Hier gibt es überall das in mehreren lateinamerikanischen Ländern als Nationalgericht betitelte „Ceviche“: Ein herrlich erfrischendes Gemisch aus rohen Meeresfrüchten oder Fisch mit Zitronensaft, Zwiebeln und Koriander. Ceviche wird kalt und zusammen mit geröstetem Mais oder „Chifles“ (Bananenchips) serviert. In der gesamten Küstenregion wird auch der afrikanische Einfluss auf die Küche deutlich. Hier zählt der „Encocado“, Fisch oder Schrimps in einer herzhaften Kokossoße, genauso zu den Spezialitäten wie viele Suppen. Die „Encebollado“, eine Brühe mit Zwiebeln, Fisch und Yucca ist besonders beliebt. Auch hierzu werden „Chifles“ und gerösteter Mais serviert. Die Einheimischen essen diese Suppe sowohl zum Frühstück als auch zum Mittagessen.

In der Andenregion bevorzugt man Mais als Basis für viele Gerichte. Er wird in den verschiedensten Formen serviert: geröstet, gekocht, als Popcorn oder zu Maismehl verarbeitet. „Mote Pillo“ ist ein sehr traditionelles Gericht, das sich aus gekochtem Mais und Rührei zusammensetzt. Dazu reicht man häufig „Cascaritas“, knusprige Schweineschwarte, eine Art Chips-Ersatz. Auch die Kartoffel wird im Hochland sehr gerne gegessen. Wer es lieber süß mag, der sollte sich in die Kolonialstadt Ibarra, circa 120 Kilometer nördlich von Quito, begeben. Hier wird seit 1896 traditionell farbenfrohes Stileis, „helados de paila“, aus Fruchtsaft in großen Kupfertöpfen hergestellt. Dieses Eis wird unter dem Namen Rosalía Suárez im ganzen Land verkauft.

Im Amazonasgebiet sind die Gerichte wiederum von der indigenen Bevölkerung beeinflusst. Als Grundlage vieler Gerichte dienen Yucca und Kochbananen, die mit Flussfisch wie dem Piranha und Barsch serviert werden. In der Provinz Zamora Chinchipe sind die „Ayampacos“ eine typische Spezialität. Dabei handelt es sich um Fisch, Fleisch oder Hühnchen, das in die Blätter der Bijao-Pflanze eingewickelt und gegrillt wird. Als Beilage serviert man hierzu Kochbanane, Yucca oder Süßkartoffel. Auch darf die scharfe Sauce „Ají“ sowie „Ishpingo“, ein zimtähnliches, natives Gewürz aus dem Regenwald, nicht fehlen.

Kulinarisch spannend geht es auch in der vierten Region Ecuadors, auf den Galapagos Inseln zu. Hier findet man das Gericht „Chanchalagua“ auf fast allen Speisekarten. Die Herstellung geht bis zu den Anfängen der Fischerei auf den Inseln zurück. Die Chanchalagua ist ein Weichtier, das bei Ebbe an den Ufern zwischen den Felsen freigelegt und gesammelt wird. Das Tierchen wird wegen seiner angeblich Potenz fördernden Wirkung sehr geschätzt und gerne zu „Ceviche“ verarbeitet.

Bei all den köstlichen Speisen dürfen die Getränke zum Anstoßen nicht fehlen. Ecuador hat eine große Auswahl an Getränken, vom fruchtig erfrischenden Saft bis hin zum wärmenden „Canelazo“. Letzteres ist das berühmteste Nationalgetränk Ecuadors: ein heißes Mixgetränk aus Wasser, Nelken, Naranjillasaft, starkem „Aguardiente“ (Zuckerrohrschnaps) und Zimt. Man bekommt ihn auch versüßt mit Brombeersaft. Ein weiteres Nationalgetränk, besonders für die indigene Bevölkerung, ist die „Chicha“ aus fermentiertem Mais oder Yucca. Wer Chicha gerne trinkt, macht sich bei Einheimischen mit Sicherheit beliebt – andere finden in Ecuador auch ein gut gebrautes Bier – „Cerveza“.

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