Frostige Schönheit: Kyoto im Winter

Einmalige Winterkulissen, wärmende Onsen, winterliches Soul Food und wenige Besucher. Die japanische Stadt Kyoto ist ein lohnendes Ganzjahresreiseziel, das auch in den Wintermonaten Einiges zu bieten hat. Neben vergünstigten Hotel- und Flugpreisen locken zauberhafte Winterfeste und einmalige regionale Bräuche. Wir stellen Ideen für einen winterlichen Besuch in Japans ehemaliger Kaiserstadt vor.

Kifune-jinja Shrine_Copyright Kyoto City Tourism Association

Kifune-jinja Shrine_Copyright Kyoto City Tourism Association

Erleuchtend: Hanatouro in Kyoto

Japaner und Illumination, eine Liebesgeschichte. Während der Wintermonate erhellen verschiedene Licht-Spektakel die Städte im Land der aufgehenden Sonne und tauchen die historischen Viertel, Gärten und Tempel in ein märchenhaftes Licht. Auch in Kyoto ist die Begeisterung für Winterbeleuchtung groß, die die Stadt zweimal im Jahr, im März und Dezember, beim Hanatouro feiert.

Start ist am 8. März 2019 im Osten Kyotos. Bis zum 17. März werden im historischen Bezirk Higashiyama die verschiedenen Tempel und Schreine nach Einbruch der Dunkelheit stimmungsvoll erleuchtet. Während des Hanatouro prägen auch rund 2.400 Laternen das Straßenbild, die den zweieinhalb Kilometer langen Weg, zwischen dem Shoren-In und dem Kiyomizu-dera Tempel, säumen. Abgerundet wird das Fest mit verschiedenen Live-Performances, unter anderem am Kodai-ji Tempel und im Maruyama Park. Während dieser Zeit bieten alle teilnehmenden Tempel, Schreine und verschiedenen Geschäfte Sonderöffnungszeiten für Besucher.

An zehn Tagen im Dezember findet das Arashiyama-Hanatouro statt. Besonders schön lässt sich die farbenfrohe Beleuchtung der Togetsukyo-Brücke und der umliegenden Berghänge bei einer Bootsfahrt auf dem Fluss Katsura erleben.

Weitere Informationen: www.hanatouro.jp/e

Noch als kleiner Geheimtipp gilt der Kimonowald in Kyoto, ein Pfad aus 600 mit Kimono-Stoffen verkleideten Säulen am Bahnhof Arashiyama. Insgesamt gibt es mehr als 30 verschiedene Designs zu bewundern, besonders schön ist ein Besuch nach Sonnenuntergang, sobald die Abendbeleuchtung die Säulen erhellt.

Pflaumenblütenfest in Kyoto

Wer Ende Februar nach Kyoto reist, kann Zeuge eines eindrucksvollen Naturschauspiels werden, wenn abertausende Pflaumenbäume erblühen und die Stadt in Dunkelrosa und Weiß tauchen.

Einst aus China importiert, dienen Pflaumenbäume der Abwehr böser Geister und auch heute noch werden sie zum Schutz in die Nähe von Türen gepflanzt. Das dazugehörige Ume Matsuri (Pflaumenblütenfest) gilt als Vorreiter des weltberühmten japanischen Kirschblütenfests und wird seit dem achten Jahrhundert gefeiert.

Besonders schön lässt sich die Pflaumenblüte am Kitano Tenmagu Schrein in Kyoto erleben, wo über 2.000 Pflaumenbäume stehen. Höhepunkt des sogenannten Baika-sai Festival am 25. Februar ist eine öffentliche Teezeremonie unter freiem Himmel, die von Geikos (regional für Geisha) und Maikos (Geishas in Ausbildung) zwischen 10 und 15 Uhr veranstaltet wird. Besucher können zudem auf einen Tempel-Flohmarkt stöbern gehen und sich den ersten Picknicks des Jahres anschließen, die in Kyoto den Frühling einläuten.  

Im Osten Kyotos steht Japans ältester Pflaumenbaum am Kaju-ji Tempel, der in der Edo-Periode vom Kaiserpalast umgesiedelt wurde. Ein Besuch im Februar lohnt auch, um den schönen Tempelgarten zu erkunden. Durch die noch recht kühlen Temperaturen im Februar ist die Luft besonders klar und der umliegende Mount Daigo ist dann gut zu sehen.

Erwärmend: Onsen und Eintöpfe im Winter

Ein Onsen-Aufenthalt gehört zum Pflichtprogramm eines jeden Japanbesuchs und ist die perfekte Belohnung für den Körper nach einem intensiven Sightseeing-Tag. Besonders in der kühleren Jahreszeit erscheint der Gedanke, sich einem wärmenden Vollbad hinzugeben, sehr verlockend.

In Kyoto können Besucher zwischen regulären öffentlichen Onsen-Bädern und natürlichen heißen Quellen wählen. Die schönsten davon findet man etwas außerhalb Kyotos, im bergigen Umland der Stadt. Empfehlenswert ist zum Beispiel das Kurama Onsen, 30 Fahrminuten nördlich von Kyoto. Das Bad gehört zu einem Ryokan und verfügt über einen Innen- und Außenbereich. Besonders bei Schneefall ist ein Bad im Außenbecken mit Blick auf die Berge ein wahre Offenbarung. Ein Besuch des Onsen lässt sich auch gut mit einer Wanderung zum Kurama-dera verbinden, dem buddhistischen Bergtempel Kuramas aus dem achten Jahrhundert.

Wer nicht ganz so weit fahren möchte, besucht das natürliche Thermalbad Tenzan-no-yu, kurz vor Arashiyama. Das Onsen im Westen Kyotos wird aus einem mehr als 1.200 Meter tiefen Brunnen gespeist, dessen bräunlich gefärbtem Wasser verschiedene Heilkräfte nachgesagt werden. Wer mag, kann anschließend noch bei einer Massage oder in der Sauna entspannen – oder stärkt sich bei einer Mahlzeit im angeschlossenen Restaurant. Tickets für Erwachsene sind ab 1.050 Yen (circa 8,50 Euro) erhältlich.

Eine Alternative zum traditionellen Onsen ist das japanische Ashiyu, wörtlich übersetzt „das Fußbad“. Nach dem Winterspaziergang durch Arashiyama kann man an der gleichnamigen Bahnstation, an der Randen Arashiyama Line, zwischen 9 und 18 Uhr bei einem Fußbad entspannen. Das Besondere daran: das Ashiyu liegt direkt auf dem Bahnsteig! Im Gegensatz zu anderen Bahnhöfen Japans, kommt man hier auch ohne gültigen Fahrschein zu diesem Teil der Station. Tickets gibt’s für 150 Yen (circa 1,20 Euro) direkt am Infoschalter.

Die Speisekarte Kyotos bietet viele raffinierte Gerichte, einige davon findet man ausschließlich in den Wintermonaten. Eine dieser Spezialitäten ist Yudofu. Hauptbestandteil des winterlichen Eintopfes ist handgemachter Tofu, welcher in einer Seetangsuppe gekocht wird, und anschließend mit einer würzigen Ponzu-Sauce und Frühlingszwiebeln serviert wird. Weniger bekannt ist das Kaburamushi, das aus geriebener japanischer Steckrübe, weißem Fisch und Eiweiß zubereitet wird. Garniert wird das Wintergericht mit Gingkonüssen, Lilienzwiebeln und Pilzen. Da die Hauptkomponenten des Gerichts weiß sind, steht es auch für „das Essen von Schnee in einem warmen Zimmer“.

Übrigens, im Februar bieten viele Restaurants in Kyoto vergünstigte Preise an und servieren besondere „Winter-Menüs“ – eine gute Gelegenheit, auch die einmalige Kaiseki-Küche Kyotos zu probieren.


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